Der englische Journalist Eustace C. Murray aus dem Haus Grenville trat zu Beginn der 1850er Jahre in den diplomatischen Dienst Ihrer Majestät ein und wurde bald nach Konstantinopel-dem heutigen Istanbul -beordert, wo er im Frühjahr 1853 eintraf. Weil er es sich bald mit dem dortigen britischen Botschafter verdarb, schickte man ihn im Oktober 1853 auf die damals türkische Insel Lesbos. Dort war er für acht Monate als Vertreter eines Vizekonsuls tätig. Im Winter 1854/55 machte er sich über das Schwarze Meer und durch das einsame Bulgarien auf die Heimreise.

Über seine Zeit auf dem Boden des Osmanischen Reichs berichtete Murray in vielen Essays und drei Büchern. Eine umfassende Auswahl aus diesen Texten ist hier zum erst Mal ins Deutsche übersetzt worden.

Murray war ein genauer Beobachter seiner Umwelt, aber auch ein vorlauter Snob. Er verfasste beißende Satiren und sozialkritische Genrebilder, empathische Porträts von Zeitgenossen und heitere Reiseerzählungen. Seine Texte schildern das Alltagsleben der Türken und Griechen, was umso interessanter ist, als Murray über Gesellschaften und Orte schrieb, die so, wie er sie sah und erlebte, nicht länger existieren.

 

 

Titel: Fast wie im orientalischen Leben
Untertitel: Satirisch-poetisch-politische Berichte aus dem Osmanischen Reich 1853-1855
Autor: Eustace Grenville Murray
(ins Deutsche übertragen und mit einem Nachwort
versehen von Marco Schöller)
Auflage: 1
ISBN: 97839817551-9-0
Gesamtseitenzahl:  428 S.